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Freiäugig Artikel
Freiäugig oder freisichtig bezeichnet man in Naturwissenschaften oder Technik jene Beobachtungen oder Messungen, die ohne optische Hilfsmittel eines Fernrohrs, eines Mikroskops oder einer Kamera getätigt werden.
Schon mit freiem Auge (engl. "by naked eye") lassen sich zahlreiche interessante Naturerscheinungen feststellen. In der Astronomie sind dies beispielsweise:
Doch auch freiäugige Astrometrie ist mit erstaunlichen Genauigkeiten möglich, etwa
- Schätzung der geografischen Breite oder der Richtung eines Schiffskurses auf etwa 1 Grad genau
- Die Anfänge der Jahreszeiten oder die Länge des Jahres - in einem Menschenalter zumindest auf ungefähr 1 Stunde, in dem Laufe einiger Jahrhunderte der [[Kulturgeschichte auf wenige Minuten
- Die Umlaufzeiten der [[Planet]en - was den Mayas z.B. für Venus, Mars und Mond auf 5-10 Minuten exakt gelang.
- Sternbedeckungen durch den Mond auf Zehntelsekunden - was in 385 Tausend km Distanz ca. 100-300 m sind - aber auch
- für sehr scharfe Augen die Sichelgestalt der Venus und die Venusdurchgänge von 2004 und 2012 .
Die wichtigsten optischen Merkmalen bei freiäugigen Messungen sind:
- Auflösung 1-2' (rund 0,02°), was 30-60 cm auf 1 km Distanz entspricht
- Feststellen von Symmetrien bis zu 10" (5 cm auf 1 km), was die hohe Messgenauigkeit von Tycho Brahe und altägyptischer Geodäten erklärt
- Schätzung von Intervallen (z.B. am Papier) auf etwa 5 % (in der Mitte sogar auf 2-3 %), was fast der Genauigkeit eines Nonius entspricht
- Feststellen der Vertikale (Lotrichtung) auf 1-2°
- Helligkeitsvergleiche auf 10 % exakt - wobei der "Messbereich" des Auges zwischen Nacht und Tag etwa 1:10 Milliarden beträgt
- Unbewußtes Erkennen von Bewegungen (Warn-Reflex)
- Schätzung von Geschwindigkeiten auf 5-10 Prozent, u.v.m.
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